König Treiber regiert das Dickicht 

Tipps für den Thron in Orange

© Tom Tittmann

Der Treiber – Herzstück jeder Drückjagd

Unter all den Rollen auf der Drückjagd ist der Treiber eine der Schlüsselfiguren. Gemeinsam mit den Jagdhunden sorgt er dafür, dass das Wild aus den Verstecken kommt und ruhig auf die Stände getrieben wird. Dabei ist es besonders wichtig, dass das Wild nicht hektisch hochflüchtig an den Schützen vorbeizieht, denn das erschwert einen waidgerechten Schuss erheblich und führt oft dazu, dass die Schützen das Stück ziehen lassen. Deshalb ist es die Aufgabe der Treiber, ihre Arbeit mit Bedacht und sorgfältig zu erledigen.

Besonders hilfreich ist es, wenn Treiber ortskundige Jägerinnen und Jäger sind, denn sie kennen die Einstände, das Gelände und das Verhalten des Wildes genau. Doch auch viele Jägerinnen und Jäger haben den Einstieg über das Treiben gefunden. Diese Erfahrung bietet wertvolle Einblicke in Abläufe, das Verhalten auf Gesellschaftsjagden, das Aufbrechen von Wild und den Aufbau starker Kontakte.

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Tipps und Praxiswissen für den angehenden Treiber

Bist Du als angehender Treiber das erste Mal dabei, kommen sicherlich einige Fragen auf. Damit Du Dich gut und sicher fühlst, hier ein paar wichtige Hinweise zur Ausrüstung und dem eigenen Verhalten.

Sicher und sichtbar in Signalorange

Das Wichtigste zuerst: Sicherheit geht vor. Treiber, Schützen und Hunde müssen sich klar von der Umgebung abheben – das heißt, Kleidung in Signalfarben ist Pflicht. Ein nur oranger Arm- oder Hutband reicht hier nicht aus. Eine gut sichtbare Warnweste oder am besten eine Kombination aus Warnweste und orangener Mütze ist notwendig, damit niemand übersehen wird.

Die Kleidung sollte funktional sein. Auch wenn es draußen kühl ist, wirst Du durch die Bewegung ins Schwitzen kommen, daher zieh Dich nicht zu warm an. Robust sollte sie hingegen auf jeden Fall sein, denn Du bewegst Dich häufig durch dorniges, unwegsames Gelände.

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Robustes Schuhwerk für sicheren Tritt

Das Schuhwerk spielt eine große Rolle und richtet sich nach dem Gelände, das gedrückt wird. Bei sumpfigem Untergrund sind Gummistiefel eine gute Wahl. Grundsätzlich empfiehlt sich aber ein stabiler, hoher Schuh, der den Fuß gut hält und Schutz bietet – gerade, wenn Du bergauf und bergab über Stock und Stein gehst. Strapazierfähigkeit ist hier das Stichwort: Dornen und spitze Steine setzen den Schuhen ordentlich zu.

Bequeme, schützende Hose

Deine Hose sollte vor Regen, Schnee, Schmutz und vor allem vor Dornen schützen und trotzdem genügend Bewegungsfreiheit bieten. Taschen mit Reißverschlüssen sind Gold wert – so geht unterwegs nichts verloren und Feuchtigkeit bleibt draußen. Ein Handy, Schlüssel oder andere Utensilien sollten sicher verstaut sein, damit Du sie auch später noch findest.

Signalwirkung und Komfort bei der Jacke

Die Jacke ist ein weiteres wichtiges Kleidungsstück. Sie muss nicht nur auffallen, sondern auch wetterfest und strapazierfähig sein. Reißverschlusstaschen sind praktisch, eine Kapuze schützt bei plötzlichem Regen. Gummizüge an Ärmeln und Taillenbund halten Wind, Wasser und Dornen fern. Gerade beim Drücken durch dichtes Gestrüpp ist ein guter Dornenschutz für die Unterarme ein echter Komfortgewinn.

Schutz für die Hände und den Kopf

Beim Treiben kämpfst Du oft mit den Händen gegen Brombeerhecken und Dornen. Dornensichere, atmungsaktive Handschuhe sind daher unverzichtbar. Ideal wäre sogar eine Ausführung in signalorange, um die Sichtbarkeit nicht zu mindern. Auch eine Kopfbedeckung in der Signalfarbe ist sinnvoll – eine atmungsaktive Kappe schützt vor Regen und hält den Kopf angenehm kühl.

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Nützliche Extras für den Treiber

Ein kleines Erste-Hilfe-Set solltest Du immer dabei haben, denn kleinere Blessuren können sich immer mal einschleichen.

Nach der Jagd steht oft die Bergung der Fette Beute an. Wer hier tatkräftig mit anpackt, hinterlässt einen guten Eindruck beim Jagdleiter. Für die Bergung größerer Stücke wie Schwarzwild ist eine Wildbergehilfe eine echte Erleichterung.

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Praktische Tipps aus der Praxis

Ein robuster Stock, etwa aus Haselnuss, kann beim Treiben in Hanglagen zum Abstützen dienen .Umwickelt mit Paracord liegt der Stock besonders gut in der Hand und wird zum verlässlichen Begleiter.

Hunde lieben ihre Freiheit auf der Drückjagd. Wenn Du nach der Jagd einen herrenlosen Hund findest, hilf ihm, sicher zurück zum Sammelplatz zu kommen. Ein Stück Schnur, um die Halsung zu greifen, kann helfen. Pass aber auf: Nicht jeder Hund lässt sich ohne Weiteres einfangen. Sicherheit geht immer vor!

Biete beim Aufbrechen des Wildes Deine Unterstützung an. Das zeigt Engagement und Interesse, besonders wenn Du noch am Anfang stehst. Latexhandschuhe sind ein hilfreiches Zubehör, um hygienisch sauber zu arbeiten.

Nutze Gespräche beim gemeinsamen Essen, dem sogenannten Schüsseltreiben, um Kontakte zu knüpfen. Solche Begegnungen sind oft der Schlüssel für Einladungen als Schütze, wenn der Jagdschein erst einmal in der Tasche ist.

Die Drückjagd hält viele Abenteuer bereit – auch für den Treiber. Sie ist der direkte Zugang zur Jagd und eine Chance, eindrucksvolle Erfahrungen in der Natur zu sammeln, das eigene Wissen zu erweitern und sich in der Gemeinschaft wohlzufühlen.

Für mich hat das Mitgehen bei der Jagd als Treiber viele Vorteile, die ich als Schütze so nicht erlebt habe. Wenn ich als Treiber unterwegs bin, zum Beispiel bei der Jagd auf Schwarzkittel, ist ständig Bewegung im Revier, immer viel Wild in Aktion. Ich kann mich frei bewegen, bin mitten im Geschehen und muss nicht frieren – weil ich einfach in Bewegung bleibe.

Ganz anders war das für mich als Schütze: Stundenlang stand ich auf meinem Stand und musste oft zwei Stunden oder länger stillhalten, ohne mich groß zu bewegen. Die Kälte kroch mir da schnell in die Knochen, und die Geduld wurde stark auf die Probe gestellt.

Als Treiber fühle ich mich viel lebendiger draußen in der Natur. Ich kann aktiv das Wild vor mir sehen und spüren, wie das Abenteuer Jagd wirklich lebt. Die Bewegung hält mich warm und macht den Tag abwechslungsreicher und spannender. Für mich ist das Treiben eine andere, oft intensivere Seite der Jagd – voller Erlebnis, Dynamik und echtem Naturgefühl.

Also pack Deine Signalweste ein, schnür die Stiefel und sei bei. Waidmannsheil Tom 

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