Wir von Fette Beute hatten die Gelegenheit, mit Max, dem Geschäftsführer von Schwarzwaldwässerle, ins Gespräch zu kommen. Hinter der Marke steckt eine echte Familiengeschichte, die tief in der Jagd verwurzelt ist. Markus, 26 Jahre selbst leidenschaftlicher Jäger, und sein Sohn Max führen heute eine Tradition fort, die weit über 100 Jahre zurückreicht. Alles begann mit ihrem Ururgroßvater Heinrich Nebelin, einem Wildmeister auf einem großen Gut, der gemeinsam mit den nachfolgenden Generationen ein besonderes Pansen- und Fisch-Lockmittel entwickelte. Dieses Rezept wurde sorgfältig von Generation zu Generation weitergegeben und hat der Familie stets zu Jagderfolg verholfen. Neugierig, wie aus dieser jahrhundertealten Erfahrung heute Schwarzwaldwässerle entstanden ist, fragten wir Max genauer nach.
Tom:
was macht das Lockmittel eurer Familie so besonders, dass es Wild zu 100 % anzieht und den Jagderfolg steigert?
Max:
Um hier direkt ehrlich einzusteigen, muss man sagen, dass auch unsere Lockmittel das Wild nicht zu 100 % anziehen. Dafür müssen immer die Gegebenheiten im jeweiligen Revier passen. Was ich aber aus Erfahrung sagen kann, ist: Wenn das Wild den Geruch wahrnimmt, zieht es sehr zuverlässig an die entsprechenden Stellen.
Besonders sind für mich ganz klar unsere Rezepturen, das die Produkte ehrlich sind und einen direkten Bezug zur Praxis haben da wir selbst leidenschaftliche Jäger sind. Wir sind kein Fan davon, ständig schnell neue Produkte oder Gerüche auf den Markt zu bringen. Jedes Produkt muss wirklich funktionieren, und das braucht Zeit. Zusätzlich verfügen unsere Lockmittel, die unter das Futter gemischt werden, alle über eine Futtermittelzulassung. Das ist zwar Pflicht, jedoch nicht marktüblich. Wer sich dafür interessiert, welche Düfte und Inhaltsstoffe wir verwenden, findet viele dieser Informationen auch direkt auf unserer Website.
Tom:
Warum wirkt euer Lockmittel nicht nur auf Rehwild, sondern auch auf Schwarzwild, Raubwild und sogar Waschbären und Nutria?
Max:
Wir führen tatsächlich kein Lockmittel, das auf alle Wildarten gleichermaßen anziehend wirkt. Da jede Wildart über unterschiedliche Rezeptoren verfügt und auf verschiedene Reize reagiert, haben wir speziell abgestimmte Produkte für die jeweiligen Wildarten entwickelt. Gleichzeitig ist es uns gelungen, bestimmte Produkte so zu konzipieren, dass sie sich in ihrer Wirkung überschneiden und mehrere Wildarten ansprechen. Dadurch entsteht für unsere Kunden ein zusätzlicher Mehrwert..
Tom:
Wie und wo produziert ihr eure Lockmittel?
Max:
Wie genau wir unsere Lockmittel produzieren, bleibt natürlich unser Geheimnis. Was wir aber sagen können, ist, dass wir alles eigenständig herstellen und nicht extern produzieren lassen. Dafür haben wir eigene Räumlichkeiten, in denen wir die Produktion selbst durchführen. Uns ist es einfach wichtig, jeden Schritt unter Kontrolle zu haben und genau zu wissen, was in unseren Produkten steckt. Gleichzeitig muss man auch sagen, dass die Produktion aufwändiger und ausgeklügelter ist als man eventuell denkt. Dies ist auch ein Grund dafür warum wir alles selbst machen und somit sicherstellen können das alles zu 100% richtig ist.
Tom:
Wie hat die lange Tradition eurer Familie die Entwicklung und Wirksamkeit eurer Lockmittel geprägt?
Max:
Unsere Pansen und Fisch Lockmittel stammen aus einem alten Familienrezept, dass wir als aktuelle Generation erstmals einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht haben. Früher waren diese Rezepturen nur bei uns selbst und im Freundeskreis im Einsatz.
Mein Vater ist seit vielen Jahren aktiver Jäger und bringt enorm viel Erfahrung und praktische Kenntnisse mit ein. Gleichzeitig habe ich selbst eine etwas jüngere Sichtweise und bringe ebenfalls neue Ideen ein. Ich denke, genau diese Kombination aus Tradition und neuen Ansätzen macht unsere Produkte heute so effektiv.
Tom:
Du bist eigentlich Programmierer – wie kamst du dazu, die Webseite für das Lockmittel zu erstellen und das Produkt online anzubieten?
Max:
Genau, ich habe eine Ausbildung zum Fachinformatiker mit Schwerpunkt Frontend Entwicklung gemacht. Das bedeutet, dass ich für die Programmierung und das Erscheinungsbild der Webseite zuständig bin, also für alles, was die Nutzer später sehen.
Dadurch war die Hürde für mich sehr gering, einfach eine eigene Webseite zu erstellen. Viele unserer Freunde und Bekannten hatten die Produkte bereits erfolgreich im Einsatz und haben uns immer wieder gesagt, dass wir sie doch auch online anbieten sollten. Wir haben Schwarzwaldwässerle eigentlich komplett aus dem Spaß raus gegründet und haben dann schnell gemerkt, dass die Produkte auch in anderen Revieren sehr gut funktionieren. So hat sich das Ganze Schritt für Schritt weiterentwickelt.
Tom:
Würdest du sagen, Social Media ist für eure Arbeit wichtig?
Max:
Auf jeden Fall. Für uns ist der direkte Austausch und die persönliche Beratung extrem wichtig, und genau das funktioniert über Social Media sehr gut. Wer unsere Videos kennt weiß auch das wir hier die ein oder andere witzige Idee zur Realität werden lassen können und so versuchen den Leuten ein Lachen ins Gesicht zu zaubern.
Viele Follower begleiten uns schon seit Jahren, und man trifft sich immer wieder auf Messen oder Veranstaltungen. Daraus sind auch schon viele persönliche Kontakte entstanden, was uns sehr freut.
Tom:
Wie wichtig ist das Feedback eurer Kunden und warum?
Max:
Feedback ist für uns das Allerwichtigste, egal ob positiv oder negativ. Wir sind für jeden Austausch dankbar, davon leben unsere Produkte und unsere Firma. Für uns gibt es eigentlich nichts Schöneres, als mitzubekommen, dass Jäger durch unsere Produkte unvergessliche Jagdmomente erleben dürfen, welche sie ein Leben lang nicht mehr vergessen werden. Auch wenn wir einfach den Spaß im Revieralltag erhöhen können, sei es durch Wildkameraaufnahmen oder wenn uns Eltern schreiben, dass ihre Kinder es lieben, unsere Produkte im Revier auszubringen.
Tom:
Wie setzt man eure Lockmittel gezielt ein, um neue Impulse an der Kirrung zu schaffen und das Wild langfristig zu binden? Kannst du uns da ein Beispiel nennen?
Max:
Im besten Fall bekommt man dafür ein Gefühl, wenn man sich unsere Beispiele auf Social Media oder der Webseite anschaut. Hier erklären wir immer die genaue Anwendung für jede Wildart direkt bei uns im Revier in kurzen Videos.
Neue Impulse schaffe ich immer dann, wenn ich für das Wild etwas Attraktives ausbringe, wodurch es verleitet wird, an die Kirrung zu kommen.
Wir gehen immer nach dem festen Leitsatz „Geruch lockt und Geschmack bindet“ vor. Dieser lässt sich ganz einfach erklären. Jeder Jäger weiß eigentlich, dass in der Natur alles über den Geruch geht. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Pirsch auf Reh- oder Schwarzwild. Steht der Wind falsch und das Wild bekommt den menschlichen Geruch mit, ist es sofort weg. Genau dieses Verhalten kann man aber auch einfach positiv für sich nutzen, indem man den richtigen Geruch an der Kirrung ausbringt, der dann das Wild anzieht.
Geschmack ist wiederum dahingehend wichtig, da ich hiermit die Beständigkeit beeinflussen kann. Unsere Lockmittel bieten einerseits Geschmack und Energie für das Wild und genau dadurch merkt es sich auch die Stellen, an denen es diese findet.
Tom:
Was würdest du Jägerinnen und Jägern raten, die noch unsicher sind, ob Lockmittel wirklich den Unterschied machen?
Max:
Mein Rat ist, es einfach selbst auszuprobieren und eigene Erfahrungen zu sammeln. Viele stellen schnell fest, welchen Unterschied eine gezielte Arbeit mit Lockmitteln machen kann. Lockmittel werden im Grunde seit jeher eingesetzt, ob Mais oder andere Geruchsreize. Unabhängig davon, ob man unsere Produkte oder andere Mittel verwendet, kann die richtige Wahl an der Kirrung den Jagderfolg deutlich steigern. In der Natur wird alles über Gerüche gesteuert. Im positiven wie im negativen Sinne. Wer diesen Mechanismus gezielt für sich nutzt kann eindeutig seine Chancen erhöhen.
Tom:
Wann hast du deinen Jagdschein gemacht und wie bist du zur Jagd gekommen?
Max:
Meinen Jagdschein habe ich 2019 zusammen mit meiner Schwester gemacht. Mit der Jagd bin ich aber eigentlich schon mein ganzes Leben verbunden, vor allem durch meinen Vater. Ich bin damit aufgewachsen und dabei seit ich denken kann.
Tom:
Was ist dein persönlicher Tipp an alle Jungjäger?
Sucht euch erfahrene Jäger, die bereit sind, ihr Wissen weiterzugeben und euch zu unterstützen. Gerade am Anfang kann man unglaublich viel lernen. Wichtig ist es, offen zu sein, Fragen zu stellen und jede Erfahrung mitzunehmen. So entwickelt man sich mit der Zeit immer weiter.
Tom:
Wie ist es, im Alltag mit deinem Vater zusammenzuarbeiten?
Max:
Ich könnte mir nichts Besseres vorstellen. Seit ich ans Arbeiten denke war mein Wunsch, mit meinem Vater zusammenzuarbeiten und das am besten im eigenen Unternehmen. Wir verstehen uns sehr gut und ergänzen uns perfekt. Diese Zusammenarbeit bedeutet mir persönlich daher sehr viel.
Tom:
Was war dein schönstes Jagderlebnis?
Max:
Das ist wirklich schwer zu sagen, weil es viele besondere Momente gab. Einer der schönsten war sicher, als ich gemeinsam mit meinem Vater meinen ersten Bock erlegen konnte, und das mit der Waffe meines Opas. Das war ein sehr emotionaler Moment für mich den ich mit Sicherheit nichtmehr vergessen werde.
Ein weiteres prägendes Erlebnis war meine erste flüchtig geschossene Sau auf einer Drückjagd. Der Keiler hatte auch noch direkt 95kg was für unsere Region schon eher ungewöhnlich ist. Auch das vergesse ich nicht so schnell.
Das sind wohl die zwei prägendsten Momente die ich bisher erleben durfte. Unabhängig davon lieb ich es einfach Zeit im Revier zu verbringen mit der Familie und meiner Freundin.
Lieber Max,
vielen Dank für das gute, ehrliche und informative Interview. Es war spannend, deine Erfahrungen und Einsichten zu hören. Deine Offenheit macht das Gespräch besonders wertvoll und authentisch.
Herzliche Grüße Tom
