Der schwarze Piranha von Mora

Hört man die Begriffe Bushcraft, Outdoor und Mora zusammen in einem Satz, habe ich automatisch einen der Klassiker im Kopf, nämlich das Mora Bushcraft. Ein Arbeitstier, das seinem Namen alle Ehre macht. Seht es mir nach, wenn ich so von diesem Messer schwärme, aber es zählt zu meinen Lieblingsmessern, wenn es darum geht, Leistung zu zeigen und draußen in Feld und Flur abzuliefern. Ich bekomme dieses Messer von Mora auch nicht geschenkt, wenn ich es euch so schmackhaft mache, denn es stammt – wie viele hier vorgestellte Messer – aus meiner privaten Sammlung, die ich mir selbst gekauft habe.

©Tom Tittmann

Wie es sich für ein Outdoor- und Bushcraftmesser gehört, kommt die schwarze, 11 cm lange Carbonklinge des Mora Bushcraft mit einem scharfen Messerrücken, damit ihr euer feines Holzmehl schaben und Funken aus eurem Feuerstahl holen könnt. Der gummibezogene Griff ist in meinen Augen genial. Wenn ihr das Messer in die Hand nehmt, werdet ihr spüren, was ich meine. Die Haptik und der Grip sind hervorragend, das Messer klebt regelrecht in eurer Hand und will sofort arbeiten. Als Messerscheide habe ich jetzt nicht die klassische Bushcraft-Variante mit Feuerstahl und integriertem Diamant-Wetzstein, sondern eine normale Kunststoffscheide. Warum es bei meinem Kauf damals die Bushcraft-Variante nicht gab, weiß ich ehrlich gesagt gar nicht. War mir aber nicht wichtig, denn ich wollte unbedingt diese Klinge haben – egal mit welcher Scheide. Aber wie das bei Mora so ist, wäre es kein Problem, dies nachzurüsten. Die Klinge aus 1095 Carbonstahl kommt wie alle Mora im klassischen Scandi-Schliff, so wie es sich in meinen Augen für ein skandinavisches Messer gehört.

©Tom Tittmann

Das Mora Bushcraft ist kein Fulltang-Knife, aber mindestens genauso robust und, wie Andy immer sagt, ein Messer ist zum Schneiden da. Wenn man damit Batoning betreiben kann, ist das selbstverständlich sehr gut und in einer Notsituation von großem Wert, aber für das Holzspalten gibt es speziell entwickelte Werkzeuge – ich glaube, die nennt man Beil oder Axt.

Eine Messerklinge aus 1095 Carbonstahl bringt natürlich auch negative Seiten mit sich. Ihr könnt sie nach dem Benutzen nicht einfach so wieder zurück in die Scheide stecken und zuhause in die Schublade werfen, denn der Kohlenstoffstahl möchte etwas Aufmerksamkeit haben, sonst fängt er an zu rosten. Also sauber machen, trocknen und, wenn ihr lange Spaß damit haben wollt, vielleicht eine winzig kleine Ölmassage. Auch ein Messer hat sich mal eine Wellnessbehandlung verdient, denn auf ein gutes Messer ist immer Verlass. Ich verwende gerne einen Spritzer Ballistol, aber das bleibt jedem selbst überlassen, was er dafür nutzen möchte. Die Klinge kommt zwar werkseitig mit einer Antikorrosionsbeschichtung, die ihr ein schönes schwarzes Aussehen verleiht, aber spätestens beim ersten Nachschleifen tragt ihr die Schicht langsam ab. Solltet ihr das Messer mal vernachlässigen und es bilden sich die ersten Rostflecken, seid nicht traurig, das Messer ist selbstverständlich nicht kaputt. Kleiner Tipp von Andy: Besorgt euch etwas Stahlwolle 0000 – dann werden eure rostenden Carbonklingen wieder hübsch.

©Tom Tittmann

Für diesen einen negativen Aspekt gewinnt die Carbonklinge aber zwei positive Punkte, die ich persönlich sehr mag. Zum einen ist da die Weichheit des Stahles. Carbonstahl ist zwar bekannt dafür, dass die Schnitthaltigkeit nicht so hoch ist wie bei anderen Stählen, das sehe ich jedoch eher als Vorteil, denn man kann die Klinge draußen sehr gut nachschleifen und bekommt an einem Messer mit einer Carbonklinge einen sehr scharfen Schliff. Den zweiten Vorteil, den ich in dem Material sehe, ist der unter dem Survival-Aspekt: Aus der Klinge könnt ihr in einer Notsituation mittels eines Feuersteins Funken schlagen.

©Tom Tittmann

Fazit:
Für mich ist das Mora Bushcraft ein sehr gutes Jagd-, Bushcraft- und Outdoormesser, mit dem ihr nichts falsch macht. Ihr könnt es natürlich auch sehr gut zum Angeln verwenden, müsst aber daran denken, es danach mit einer kleinen Öl-Wellnessmassage zu verwöhnen, damit ihr weiterhin sehr viel Freude daran habt. Würde ich es mir wieder kaufen? Aber ja, sofort wieder. Das nächste Mal vielleicht mit der passenden Bushcraft-Scheide. Mit diesem Mora Bushcraft verbindet mich als leidenschaftlichem Jäger aber auch noch ein emotionaler Moment, denn mit diesem Messer habe ich meinen allerersten erlegten Rehbock aufgebrochen – einen halben Handbreit über dem Lauscher, wunderschönen 6er-Bock. 

Zum Shop:

Messer Bushcraft Survival Black Blade schwarz

©Tom Tittmann

Technische Daten

  1. Größe

  2. Klingenlänge = 11cm

  3. Gesamtlänge 23,5cm

  4. Klingendicke

  5. 3,2mm

  6. Gewicht

  7. 125g

  8. Klingenmaterial

  9. 1095 Carbonstahl

  10. Griffmaterial

  11. Polypropylen-Kunststoff, Gummi

  12. Klingenform

  13. Clip-Point

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